Julius-Reuß-Zentrum feiert 25-jähriges Bestehen

„Gesicht zeigen“ – unter diesem Stern stand das Jubiläumsfest am Sonntag, den 19. Mai 2019, anlässlich des 25-jährigen Bestehens der evangelischen Behindertenhilfe Schmiedel e.V. in Kastellaun. So feierten die im Julius-Reuß-Zentrum lebenden Menschen, deren Angehörige, die Mitarbeitenden, sowie zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft, in einer vollbesetzten Stadthalle, Geburtstag.

„Wir müssen der Wandel sein, den wir in der Welt zu sehen wünschen.“
Bedeutende Worte, einst von Mahatma Gandhi gesprochen und noch immer so aktuell.

Denn im Jahr 1994 begann der Schmiedel e.V. damit, in Kastellaun ein Zuhause für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen und Mehrfachbeeinträchtigungen zu schaffen. Zu einer Zeit, in der Behindertenhilfe ihren Platz zu Großteilen noch hinter Mauern oder auf grünen Wiesen hatte, wurde mit dem Julius-Reuß-Zentrum ein moderner Campus geschaffen, der sich nahtlos in das Stadtbild integrierte.
Nach einem viertel Jahrhundert moderner Behindertenarbeit, leben Menschen mit Beeinträchtigungen heute mittendrin und prägen das Gesicht der kleinen Stadt mit.

In einladender Atmosphäre eröffnete Frau Rita Seeger als Vorständin des Schmiedel e.V. die Feierlichkeiten mit einer ansprechenden Eröffnungsrede, begrüßte alle anwesenden Gäste und spannte genauso den Bogen zu der Notwendigkeit, „Gesicht zu zeigen“. Dabei verdeutlichte Frau Seeger, wie wichtig es sei, für Dinge einzustehen, Mut zu zeigen und, im positivsten Sinne, zu „spinnen“.
Auch die von Herrn Pfarrer Horst Hörpel i.R. und Herrn Pfarrer Knut Ebersbach gehaltene, sich daran anschließende Andacht, stellte das diesjährige Motto in den Mittelpunkt. Musikalisch untermalt vom Posaunenchor Kastellaun-Uhler, sowie vom hauseigenen Chor „Die Liedermacher“, wurde verdeutlicht, wie wichtig es gerade in der heutigen Zeit ist, Gesicht zu zeigen und sich somit für Vielfalt und Toleranz stark zu machen.

Nach einem Grußwort durch Herrn Staatssekretär Dr. Alexander Wilhelm, der auf die vergangenen 25 Jahre Geschichte der Behindertenhilfe blickte und die bevorstehenden Veränderungen durch das  stufenweise inkrafttretende Bundesteilhabegesetz thematisierte, sendete  Stadt- und Verbandsgemeindebürgermeister Christian Keimer ein Grußwort via Videobotschaft. Auch Herr Keimer betonte den Stellenwert der Einrichtung für die Stadt Kastellaun und lobte die Arbeit der Mitarbeiter*innen, die nicht zuletzt darin zum Ausdruck komme, dass das Julius-Reuß-Zentrum seit nun 25 Jahren zum Stadtbild Kastellauns gehöre und auch nicht mehr wegzudenken sei.

Im Anschluss begrüßte Gregor Gieselmann den Kreisbeigeordneten Herrn Dietmar Tuldi, den Landesdiakoniepfarrer der Ev. Kirche der Pfalz und Mitglied des Verwaltungsrats des Schmiedel e.V. Herrn Pfarrer Albrecht Bähr, den langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeiter und 1. Vorsitzenden des Fördervereins Herrn Rudi Kappes, den Vorsitzenden des Bewohnerbeirates Herrn Maurice Pfingst, als auch Herrn Manuel Herrmann als Mitarbeitenden und Mitglied der Mitarbeitervertretung,   zu einer kurzweiligen Podiumsrunde auf der Bühne; selbige fand durch Herrn Pfingsts Wunsch, dass Menschen mit Beeinträchtigungen in Zukunft keine Unterscheidung erfahren sollten, einen gelungenen Abschluss und beendete gleichzeitig den Vormittag.
Nach dem Mittagessen läutete Rita Lukas mit ihrer gesetzlichen Betreuerin Anne Scherer das Nachmittag-Programm ein: „Atemlos, ein ganz normaler Tag im Julius-Reuß-Zentrum“, klang es durch die Stadthalle.

Bevor es musikalisch weitergehen konnte, war es an der Zeit Danke zu sagen. So bedankte sich Frau Seeger einerseits bei Brunhilde Reudelsterz, Michael Behlen, Franz-Dieter Eich, Elvira Müller und Guido Zaunmüller für 25 Jahre entgegengebrachtes Vertrauen, sowie andererseits bei Frau Martin, Frau Bung und Frau Höger für ein viertel Jahrhundert Engagement und Herzblut in der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung im Julius-Reuß-Zentrum.
Dass 25 Jahre nicht nur zu großen Veränderungen in der Behindertenhilfe führten, sondern dass auch Musik und Mode einem ständigen Wandel unterlagen, brachten die Teilnehmer*innen der Hitparade, als auch der Tanzgruppe, zum Ausdruck. Das Ende des Programms markierte das Ehepaar Nauth, das die gute Stimmung weiter aufrechterhielt und zum Tanz einlud.

„Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?“ Fragte einst der Maler Vincent van Gogh. Vor rund einem viertel Jahrhundert hat man beim Schmiedel e.V. riskiert und gesponnen, auch heute war das Ergebnis deutlich zu erkennen, denn fröhliche Gesichter und ein buntes Miteinander prägten das Jubiläum.

eingestellt am 28.05.2019

Schmiedel e.V.      Telefon: 0 67 61 - 8 38 - 1 01      info@schmiedel.de

Unterstützungzum Leben