Vernissage in der Friedenskirche Kirchberg am 26.10.2017

Vergangenen Donnerstag feierten wir, das Julius-Reuß-Zentrum, mit Besucherinnen und Besuchern aus der Umgebung in der evangelischen Friedenskirche in Kirchberg die angekündigte Vernissage. Im Rahmen des Reformationsjahrs, in dem es darum geht, die Kirche einmal anders als gewohnt zu erleben, wurden zehn Kunstwerke von den Künstlern Ralf Junker und Marcus Wagner aus dem „Atelier Blickfang“ des Julius-Reuß-Zentrums in feierlicher Atmosphäre ausgestellt.

Pfarrer Stoffel, der Anfang des Jahres Kontakt zum Julius-Reuß-Zentrum aufgenommen hatte, eröffnete mit einer kurzen Rede die Vernissage und freute sich, dass die Kunstwerke der Friedenskirche einen ganz besonderen und einzigartigen Charme schenken. Musikalisch wurde die Feier durch eine Konfirmandin begleitet. Auch Linda Christ hielt eine kurze Ansprache und berichtete über das Julius-Reuß-Zentrum und dessen Kunstprojekt „Atelier Blickfang“, zudem erläuterte sie die Hintergründe zu den einzelnen Gemälden:
Ralf und Marcus kreierten in Zusammenarbeit mit Herbert Kaufmann, Hauptverantwortlicher des „Atelier Blickfang“, zehn sehenswerte und außergewöhnliche Kunstwerke zum Thema „500 Jahre Reformation“.
            
Die Werke von Marcus Wagner tragen den Titel „Die 95 Thesen“. Hier werden auf eine kreative und individuelle Art und Weise die 95 Thesen, die Martin Luther 1517 an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg nagelte, dargestellt. Auf allen fünf Kunstwerken sind die Thesen mit ihren Weiterentwicklungen durch die Nachkomma-Zahlen abgebildet, die Marcus mittels Schablonen auf die einzelnen Werke getupft hat. Bei genauerem Hinschauen ist auf jedem Gemälde die Tür der Schlosskirche in Wittenberg, die sich von links nach rechts immer weiter öffnet, zu sehen. Das Symbol der sich immer weiter öffnenden Tür wie auch die Farbgestaltung, beginnend mit düsteren hin zu freundlicheren Farben, soll die Entwicklung der letzten 500 Jahre widerspiegeln. An dieser Stelle lässt sich gut eine Parallele zu dem Lutherjahr 2017 herstellen, welches gerade auf das Gemeinsame, auf das Miteinander, das Vielfältige und Bunte und nicht auf das Trennende in einer Gesellschaft aufmerksam machen möchte. Die Kunstwerke sind in einem Prozess entstanden, in dem überwiegend die Spachteltechnik Anwendung gefunden hat.     

Die fünf Werke von Ralf Junker tragen den Titel „Der weite Weg“ – in Anlehnung an die Reformationsbewegung, die auf einen sehr langen, manchmal auch holprigen und mühseligen Weg zurückblickt. Der weite Weg wird durch die Fußabdrücke symbolisiert, für die Ralf seine Füße zur Verfügung gestellt hat. Er war mutig und ist mit Farbe unter den Füßen über die Kunstwerke gelaufen, sodass diese tollen Werke entstehen konnten, auch wenn es eine sehr glitschige Angelegenheit war. Zudem lassen die Gemälde zum einen den langen Weg der Reformation und zum anderen aber auch die immer stärker werdende Vielfalt der Gesellschaft erkennen. Dies wird durch die anfangs wenigen bis hin zu den zunehmenden Fußabdrücken gekennzeichnet. Auch hier lässt sich eine Parallele zum Sinn des Lutherjahrs, welches für Offenheit, Freiheit und Vielfalt steht, herstellen. Ralf verwendete die sogenannte „Besentechnik“: Zuerst färbte er sein Gemälde mit einem Besen ein, um im Anschluss die Fußabdrücke daraufsetzen zu können.

Die zehn Kunstwerke sind nicht nur ein echter Hingucker, sondern sie vermitteln dem Betrachter der Gemälde den Sinn des Lutherjahrs 2017. Sie werden für die nächsten vier Wochen, bis zum 24.11.2017, ausgestellt sein. Fahren Sie vorbei - es lohnt sich, die Werke vor Ort in der Friedenskirche anzuschauen und auf sich wirken zu lassen.

Die Vernissage war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein toller Erfolg. Es war ein rundum gelungener Abend.

Linda Christ

eingestellt am 03.11.2017

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